Wenn du nach deinen ersten Partien eigene Decks bauen willst, musst du entscheiden, wie du an die richtigen Karten kommst. Wenn Spieler MTG Karten günstig kaufen wollen, machen sie anfangs oft den Fehler, ungezielt Produkte aufzureißen. Der Markt bietet zahllose Boxen, Draft-Packs und Sondereditionen, die ohne Erfahrung schnell verwirren. In diesem Guide klären wir, welche Produkte für dich als Einsteiger echten Sinn ergeben und wovon du dein Budget besser fernhältst.
Die drei Kaufoptionen im Überblick
Wer neue Karten erwerben möchte, hat in Magic grundsätzlich drei Wege vor sich. Du versuchst dein Glück mit originalverpackten Packs, stellst dir aus Einzelkarten gezielt ein Deck zusammen oder kaufst fertige Produkte aus dem Regal. Jeder dieser Wege erfüllt einen völlig anderen Zweck. Richte dein Kaufverhalten daher immer konsequent nach dem Format, das du in deiner LGS oder Spielgruppe spielen möchtest.
Einzelkarten (Singles) — Die effizienteste Option
Wer Magic Einzelkarten kaufen möchte, wählt den effizientesten und günstigsten Weg zum eigenen Deck. Statt auf gute Pulls aus Packs zu hoffen, kaufst du exakt die Karten, die auf deiner Deckliste stehen. Du umgehst das Glücksspiel und vermeidest unnötigen Bulk in deinen Schubladen, den du ohnehin nie in ein Deck packst. Gerade wenn du für Locals oder das FNM ein funktionierendes Deck brauchst, sparst du mit Singles massiv Geld.
Der einzige Nachteil ist, dass du vor dem Kauf genau wissen musst, was du brauchst. Du benötigst eine fertige Liste, die du online oder im Laden Stück für Stück abarbeitest. Tipps zum Finden von Listen und Taktiken stehen in unserem Guide zum Deck bauen. Hast du diese Liste, ist der Bestellprozess extrem kosteneffizient.
Ein neues Budget-Commander-Deck lässt sich auf diesem Weg oft schon für 30 bis 50 Euro komplett zusammenstellen. Das ist deutlich günstiger, als Packs aufzureißen, bis man durch reinen Zufall eine spielbare Manabase und passende Synergien beisammen hat.
Booster Packs — Die Erlebnis-Option
Ein regulärer Standard-Booster enthält 15 Karten, von denen meist eine die Seltenheit Rare oder Mythic Rare besitzt. Bei einem Preis von vier bis acht Euro pro Pack fragen sich Anfänger sehr oft: Lohnen sich MTG Booster? Die ehrliche Antwort lautet, dass sie sich zum Bauen eines gezielten Decks absolut nicht lohnen.
Booster kaufst du für das Erlebnis, nicht für die strategische Effizienz. Sie machen Sinn, wenn du mit Freunden an einem Abend draften möchtest oder den Nervenkitzel beim Unboxing suchst. Wenn du gerne Sets sammelst und Freude an unvorhersehbaren Pulls hast, sind sie eine legitime Wahl. Betrachte den Preis einfach als Eintrittskarte für fünf Minuten Spaß beim Aufreißen.
Finanziell gesehen ist der erwartete Wert der gezogenen Karten in den meisten Fällen deutlich niedriger als der Preis des Packs. Wer eine bestimmte Rare-Karte für sein Deck auf dem Stack braucht, kauft sie immer besser einzeln.
Booster Displays (36 Packs)
Wenn du gleich ein ganzes MTG Display kaufen möchtest, erhältst du in der Regel eine versiegelte Box mit 36 Boostern. Diese sogenannten Booster Boxen kosten je nach Set meist zwischen 130 und 160 Euro. Du wirst selbst aus einer kompletten Box kein vollständiges Set an Rares oder Mythics zusammenbekommen. Die Verteilung ist zufällig, du ziehst oft doppelte Rares und wichtige Karten des Sets werden dir am Ende trotzdem fehlen.
Eine Booster Box Magic lohnt sich vor allem für Gruppen, die gemeinsam Drafts oder Prerelease-Partys zuhause veranstalten wollen. Für solche limitierten Spielabende reduziert der Kauf einer Box den Preis pro Booster merklich. Manche Spieler gönnen sich Displays auch rein für das große Unboxing-Erlebnis am Wochenende. Wer allerdings ein konkretes Constructed-Deck bauen möchte, investiert 150 Euro wesentlich besser in Singles.
Precon-Decks — Der beste Einstieg
Für die allerersten Partien gibt es kaum eine bessere Wahl als vorkonstruierte Decks, die sogenannten Precons. Diese Produkte von Wizards of the Coast sind direkt aus der Box heraus spielbar und bieten dir eine solide Manabase sowie funktionierende Mechaniken. Du musst dir als Anfänger noch keine Gedanken über die Kurve oder das optimale Verhältnis von Ländern zu Zaubersprüchen machen.
Für das beliebte Multiplayer-Format sind die Commander Precons ideal. Diese Decks kosten meist 50 bis 60 Euro und bieten einen starken Grundstock, den du später Stück für Stück mit Singles upgraden kannst. Mehr Details zu guten Einstiegsdecks für dieses Format findest du in unserem Commander-Guide.
Für das klassische 1-gegen-1 am Küchentisch sind die Starter Kits perfekt, bei denen du für etwa 15 Euro direkt zwei fertige Decks bekommst. Auch Jumpstart ist ein großartiges Produkt für absolute Neulinge: Du nimmst zwei thematische Booster, mischst sie einfach zusammen und kannst sofort losspielen.
Wo kaufst du am günstigsten?
Online
Wenn du gezielt MTG Karten online kaufen willst, führt in Europa kein Weg an Cardmarket Magic vorbei. Die Plattform, in der Szene oft noch MKM genannt, ist der größte europäische Marktplatz für TCG-Singles. Hier bieten gewerbliche Händler und Privatverkäufer Millionen von Karten an, was für einen harten Preiskampf und günstige Konditionen sorgt. Du findest dort nahezu jede jemals gedruckte Karte.
Ein entscheidender Faktor bei Cardmarket sind allerdings die Versandkosten. Bestellst du 60 Karten bei 20 verschiedenen Verkäufern, zahlst du auch 20 Mal das Briefporto. Der integrierte Shopping-Wizard der Plattform hilft dir dabei, deine gesuchten Karten so bei wenigen Händlern zu bündeln, dass Kaufpreis und Versandkosten minimiert werden. Achte bei Bestellungen im Cent-Bereich immer darauf, dass das Porto den Wert der Karten nicht übersteigt.
Lokal
Der Local Game Store, kurz LGS, ist das Herz der Magic-Community in deiner Stadt. Hier kannst du Singles oft direkt am Tresen aussuchen, sofort in die Deckbox packen und triffst direkt auf andere Spieler. Die Preise für Einzelkarten sind manchmal minimal höher als der billigste Anbieter im Netz, dafür entfallen aber die Versandkosten und jegliche Wartezeiten.
Zudem finanzierst du mit deinem Kauf den Ort, an dem du spielst. Tische, Spielflächen und Turniere wie das FNM können langfristig nur existieren, wenn die Stores durch den Produktverkauf unterstützt werden. Wo du den nächsten Shop in deiner Umgebung findest, zeigt dir unser LGS-Verzeichnis.
Was brauchst du für den ersten Spieleabend?
Lose Karten auf einem dreckigen Tisch zu spielen, ruiniert die wertvolle Pappe extrem schnell. Mit dem passenden Zubehör hältst du dein Deck in Turnier-Zustand. Die folgende Checkliste zeigt dir, was du für dein erstes Event im Store oder bei Freunden brauchst:
[ ] Deck (Starter Kit für zwei Spieler oder ein eigenes Precon, ca. 15–60€)
[ ] Card Sleeves (ca. 5–10€ für 100 Stück, schützen sicher vor Knicken und Schmutz)
[ ] Würfel (Mehrere 6-seitige für Schadensmarken und Counter, ein 20-seitiger für Lebenspunkte)
[ ] Deckbox (ca. 5–15€, essenziell für den sicheren Transport im Rucksack)
[ ] Spielmatte (ca. 15–30€, optional, schützt deine Sleeves vor klebrigen oder rauen Tischen)
Budget-Empfehlungen nach Spielstil
Damit du nicht blind Geld ausgibst, solltest du dein Budget nach deinem anvisierten Spielstil richten. Hier ist eine realistische Einschätzung, was dich der Einstieg ungefähr kosten wird.