Schwäche und Resistenz modifizieren den zugefügten Angriffsschaden basierend auf den Typen der kämpfenden Pokémon. Sie sind fundamentale Mechaniken, die durch gezieltes Ausnutzen von Typenvorteilen über Sieg oder Niederlage entscheiden können.
Mechanik im Detail
Schwäche (Weakness) und Resistenz (Resistance) sind zentrale Bausteine der Schadensberechnung im Pokémon Sammelkartenspiel. Sie werden herangezogen, wenn das Aktive Pokémon durch einen gegnerischen Angriff Schaden erleidet. Die korrekte Schadensberechnung folgt einer strikten Reihenfolge (laut offiziellem Regelbuch, Abschnitt "Einem Angriff widerstehen"):
- Grundschaden ermitteln: Der auf der Karte aufgedruckte Schaden inklusive aller Text-Bedingungen des Angriffs.
- Angreifer-Effekte: Jegliche Modifikatoren anwenden, die auf dem Angreifer liegen (z. B. durch angelegte Ausrüstungskarten oder Fähigkeiten).
- Schwäche: Überprüfen, ob das Verteidigende Pokémon eine Schwäche gegen den Typ des Angreifers hat. Meist wird der bisherige Schaden hier mit 2 multipliziert (x2). In sehr alten Sets gab es auch additive Schwächen (z. B. +20).
- Resistenz: Überprüfen, ob das Verteidigende Pokémon eine Resistenz gegen den Typ des Angreifers besitzt. Ist dies der Fall, wird der auf der Karte genannte Wert (meist -20 oder -30) vom Schaden abgezogen.
- Verteidiger-Effekte: Abschließend werden Effekte angewendet, die den erlittenen Schaden auf der Seite des Verteidigers modifizieren (z. B. durch Fähigkeiten oder Trainerkarten).
Regel-Besonderheiten & Interaktionen
- Schutz der Bank: Angriffe, die Pokémon auf der Bank treffen, ignorieren Schwäche und Resistenz grundsätzlich. Eine Ausnahme besteht nur, wenn der Text des Angriffs ausdrücklich verlangt, diese Attribute anzuwenden.
- Schadensmarken vs. Schaden: Effekte, die anweisen, Schadensmarken zu legen (Place damage counters), verursachen keinen direkten Kampfsachaden. Schwäche und Resistenz werden in diesem Fall nicht herangezogen.
- Null-Schaden Grenze: Wenn die Resistenz einen Wert abzieht, der höher ist als der ankommende Schaden, sinkt der erlittene Schaden auf 0. Er wird niemals negativ und heilt das Pokémon nicht.
Strategische Einordnung
Das gezielte Angreifen gegen eine Typenschwäche (Hitting for Weakness) ist eine der verlässlichsten Methoden, um sogenannte "One-Hit KOs" im Standard- und Expanded-Format zu erzielen. Erfolgreiche Meta-Decks spielen oft ein oder zwei Pokémon eines anderen Typs (sogenannte Tech-Karten), um die Schwäche des aktuell dominierenden Decks im Format auszunutzen. Resistenz ist im modernen Spiel meist weniger spielentscheidend, reicht jedoch gelegentlich aus, um kritische Breakpoints zu überleben.
Beispiel-Szenario
Dein Glurak ex (Typ Feuer) nutzt einen Angriff mit 180 Grundschaden gegen ein gegnerisches Forstellka ex (Typ Pflanze). Das Forstellka ex besitzt eine x2-Feuer-Schwäche. Gemäß den Berechnungsschritten wird der Schaden auf 360 verdoppelt, was weit über Forstellkas Kraftpunkten liegt und es sofort besiegt. Hätte Glurak stattdessen ein Pokémon mit Feuer-Resistenz von -30 angegriffen, wäre der Schaden auf 150 reduziert worden.
Fragen rund um Schwäche und Resistenz (Weakness and Resistance)
Nein, Angriffe auf Bank-Pokémon ignorieren Schwäche und Resistenz. Dies ist nur anders, wenn der Angriffstext explizit vorschreibt, dass Schwäche und Resistenz auch auf der Bank berechnet werden müssen.
Fazit
Schwäche und Resistenz sind entscheidende Multiplikatoren und Reduzierer in der PTCG-Schadensberechnung. Sie werden strikt in der Reihenfolge 'Schwäche zuerst, Resistenz danach' angewendet und gelten standardmäßig nicht für Pokémon auf der Bank. Wer die Typen im Deck klug mischt, verschafft sich durch Schwächen massive strategische Vorteile.
Quellen
- www.pokemon.com — Pokémon TCG Official Rulebook — Schadensberechnung & Attack Step 3 & 4 — Schwäche und Resistenz anwenden
- bulbapedia.bulbagarden.net — Bulbapedia — Damage & Attack Steps (TCG)
War das hilfreich?
Dein Feedback hilft uns, das Lexikon zu verbessern.