Eine Tributbeschwörung ist eine Form der Normalbeschwörung für Monster der Stufe 5 oder höher. Dabei müssen ein oder mehrere eigene Monster auf dem Spielfeld als Tribut angeboten (auf den Friedhof gelegt) werden.
Mechanik im Detail
Die Tributbeschwörung (Tribute Summon) ist eine grundlegende Spielmechanik, um stärkere Monster als Normalbeschwörung auf das Spielfeld zu bringen. Da Spieler pro Spielzug regulär nur eine einzige Normal- oder Setzbeschwörung durchführen dürfen, verbraucht die Tributbeschwörung dieses Limit. Um ein Monster der Stufe 5 oder höher als Tributbeschwörung zu beschwören, muss der Spieler zuvor Monster von seiner Spielfeldseite auf den Friedhof legen. Diesen Vorgang nennt man "als Tribut anbieten" (Tributing).
Das Anbieten als Tribut gilt als Beschwörungsbedingung und Kosten, nicht als Karteneffekt. Effekte, die vor der Zerstörung durch Karteneffekte schützen, bewahren ein Monster also nicht davor, als Tribut angeboten zu werden. Nachdem die Kosten erbracht wurden, wird das hochstufige Monster offen in die Angriffsposition (Tributbeschwörung) oder verdeckt in die Verteidigungsposition (Tributsetzpfeil/Tribute Set) gelegt.
Regel-Besonderheiten & Interaktionen
Eine der wichtigsten Regeln ist, dass Spielmarken (Tokens) standardmäßig für Tributbeschwörungen genutzt werden dürfen, es sei denn, der Kartentext des Tokens verbietet es ausdrücklich (wie beispielsweise bei den durch "Sündenbock" beschworenen Spielmarken). Ebenso können Pendelmonster als Tribut angeboten werden; sie wandern danach offen auf das Extra Deck anstatt in den Friedhof.
Häufige Missverständnisse entstehen bei verdeckten Monstern: Diese dürfen problemlos als Tribut angeboten werden. Der Gegner muss nicht überprüfen, um welches Monster es sich handelte.
Synergien gibt es reichlich: Das Deckthema "Wahrer Dracho" (True Draco) erlaubt es beispielsweise, permanente Zauber- und Fallenkarten anstelle von Monstern als Tribut anzubieten. Die gefürchteten "Monarchen" entfalten ihre mächtigen Trigger-Effekte ausschließlich dann, wenn sie erfolgreich als Tributbeschwörung beschworen wurden.
Strategische Einordnung
In modernen Yu-Gi-Oh!-Formaten ist die klassische Tributbeschwörung sehr langsam, da sie die Normalbeschwörung des Zuges verbraucht und Feldpräsenz aufgibt. Die meisten Decks umgehen diese Mechanik durch Spezialbeschwörungen aus dem Extra Deck.
Dennoch existieren Meta-relevante Ausnahmen wie "Wanderbrise" (Floowandereeze) oder "Monarch", die zusätzliche Normalbeschwörungen generieren. Diese Decks brillieren oft deshalb, weil sie Antimetakarten wie "Einbildungsunterwelt" oder "Domäne der wahren Monarchen" spielen können, die Spezialbeschwörungen komplett unterbinden, während ihre eigene auf Tributbeschwörungen basierende Strategie ungestört bleibt.
Beispiel-Szenario
Du hast das Monster "Mystischer Elf" offen in Verteidigungsposition und einen verdeckten "Riesen-Steinsoldat" auf dem Spielfeld. Du möchtest "Dunkler Magier" (Stufe 7) von deiner Hand beschwören. Du deklarierst deine Normalbeschwörung als Tributbeschwörung, legst beide Monster als Tribut auf den Friedhof und platzierst deinen "Dunkler Magier" offen in Angriffsposition auf das Feld.
Fragen rund um Tributbeschwörung (Tribute Summon)
Ja, sie verbraucht deine reguläre Normalbeschwörung für den Spielzug. Du kannst also nicht im selben Zug ein Monster normalbeschwören und danach eine Tributbeschwörung durchführen, es sei denn, ein spezifischer Karteneffekt erlaubt dir eine zusätzliche Normalbeschwörung.
Fazit
Die Tributbeschwörung ist der klassische Weg, um hochstufige Monster in Yu-Gi-Oh! aufs Feld zu rufen, verbraucht jedoch wertvolle Ressourcen und die Normalbeschwörung des Zugs. Während die Spielmechanik in modernen, schnellen Decks oft in den Hintergrund rückt, nutzen spezialisierte Deckthemen diese gezielt aus, um mächtige Effekte zu zünden und das Spielbrett zu dominieren.
Quellen
- www.yugioh-card.com — Offizielles Yu-Gi-Oh! Regelbuch — Abschnitt Normal-/Tributbeschwörung & Rulebook v9.0 — Tribute Summon
- yugipedia.com — Yugipedia — Tribute Summon
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