Der Friedhof (Graveyard / GY) ist die zentrale Ablagestapel-Zone in Yu-Gi-Oh!, in die zerstörte Monster, benutzte Zauber und abgeworfene Karten gelegt werden. Er ist öffentlich einsehbar und dient in modernen Decks oft als Ressource für Friedhofseffekte.
Mechanik im Detail
Der Friedhof (engl. Graveyard, auf modernen Karten offiziell als "GY" abgekürzt) ist die Zone, in die Karten gelegt werden, nachdem sie auf dem Spielfeld zerstört, als Tribut angeboten, von der Hand abgeworfen oder als Zauber-/Fallenkarte vollständig aufgelöst wurden. Jeder Spieler besitzt einen eigenen Friedhof, der sich standardmäßig oberhalb des Extra Decks auf der Spielmatte befindet.
Regeltechnisch zählt der Friedhof zum sogenannten "offenen Wissen" (Public Knowledge). Das bedeutet, dass beide Spieler jederzeit das Recht haben, den Inhalt des eigenen sowie des gegnerischen Friedhofs zu überprüfen. Um den Spielfluss nicht zu stören, muss das Durchsuchen des gegnerischen Friedhofs jedoch klar kommuniziert werden.
Regel-Besonderheiten & Interaktionen
Es gibt einige spezifische Grundregeln und Ausnahmen für den Friedhof, die besonders im kompetitiven Bereich entscheidend sind:
Eine absolute Counter-Strategie gegen friedhofsbasierte Decks ist das Verbannen (Banish). Liegen permanent wirkende Karten wie "Makrokosmos" oder "Dimensionsriss" offen auf dem Spielfeld, ändert sich die Grundmechanik des Spiels: Jede Karte, die normalerweise auf den Friedhof gelegt würde, wird stattdessen sofort verbannt. Dies schaltet Friedhofseffekte komplett aus.
Strategische Einordnung
In modernen Yu-Gi-Oh! Formaten wird der Friedhof treffend als "zweite Hand" bezeichnet. Während in den ersten Jahren des Sammelkartenspiels Karten im Friedhof als tote, verbrauchte Ressourcen galten, beziehen heute unzählige Top-Tier-Decks (wie Tearlaments, Phantomritter oder Lichtverpflichtet) ihre wahre Stärke aus Effekten, die direkt vom Friedhof aus aktiviert werden.
Karten gezielt vom Deck in den Friedhof zu legen (in der Community oft "Millen" oder in Anlehnung an die Karte "Törichtes Begräbnis" auch "Foolish" genannt), ist daher einer der stärksten Spielzüge überhaupt. Dadurch lassen sich enorme Combo-Ketten starten und Monster spezialbeschwören, ohne wertvolle Handkarten zu verbrauchen.
Beispiel-Szenario
Spieler A aktiviert die Zauberkarte "Törichtes Begräbnis", um das Monster "Aufblühende Blütezwiebel" direkt aus seinem Deck auf den Friedhof zu legen. Da sich das Monster nun im Friedhof befindet, kann Spieler A sofort den Effekt der Blütezwiebel aktivieren: Er legt die oberste Karte seines Decks ebenfalls auf den Friedhof und beschwört die Blütezwiebel anschließend als Spezialbeschwörung aus dem Friedhof auf sein Spielfeld.
Fragen rund um Friedhof (Graveyard)
Nein, die Reihenfolge der Karten im Friedhof darf zu keinem Zeitpunkt verändert werden. Auch wenn dies bei den meisten modernen Decks spieltechnisch irrelevant erscheint, verbieten die offiziellen Turnierrichtlinien das Umsortieren strikt, da einige wenige ältere Karten auf die exakte Position von Karten im Friedhof angewiesen sind.
Fazit
Der Friedhof ist weit mehr als nur ein Ablagestapel für zerstörte Karten, er ist das Herzstück moderner Yu-Gi-Oh! Combos. Die richtige Verwaltung und das Setup des Friedhofs als "zweite Hand" entscheiden oft über Sieg oder Niederlage.
Quellen
- yugipedia.com — Yugipedia — Graveyard
- www.yugioh-card.com — Yu-Gi-Oh! Official Rulebook — Graveyard (GY)
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