Sagen sind ein spezieller Untertyp von Verzauberungen in Magic: The Gathering. Sie erzählen eine Geschichte in mehreren Kapiteln, die rundenbasiert mächtige Effekte auslösen, bis die Sage schließlich das Spielfeld verlässt.
Mechanik im Detail
Sagen sind Verzauberungen mit mehreren Kapiteln (markiert durch römische Ziffern), die eine fortlaufende Geschichte auf dem Spielfeld erzählen (CR 715).
Wenn eine Sage ins Spiel kommt, erhält sie sofort eine Sagenmarke (Lore counter). Zu Beginn deiner Hauptphase vor dem Kampf – direkt nach dem Ziehsegment – erhält jede Sage, die du kontrollierst, eine weitere Sagenmarke (CR 715.3b). Jedes Mal, wenn eine oder mehrere Sagenmarken auf die Sage gelegt werden, wird die entsprechende Kapitelfähigkeit ausgelöst. Wenn eine Sage beispielsweise von null auf eine Marke geht, wird Kapitel I ausgelöst.
Sobald die letzte Kapitelfähigkeit den Stapel verlässt (egal ob sie verrechnet, neutralisiert oder ins Exil geschickt wurde) und die Sage mindestens so viele Sagenmarken hat, wie ihre höchste Kapitelnummer vorgibt, wird die Sage als zustandsbasierte Aktion geopfert (CR 715.4).
Regel-Besonderheiten & Interaktionen
Ein häufiges Missverständnis betrifft das Timing: Das automatische Legen der Sagenmarke im eigenen Zug ist eine rundenbasierte Aktion, die nicht den Stapel nutzt (CR 715.3b). Spieler können erst reagieren, wenn die daraus resultierende Kapitelfähigkeit auf dem Stapel liegt.
Sagen haben starke Synergien mit der Mechanik Wuchern (Proliferate). Wenn zwei Marken auf einmal auf eine Sage gelegt werden, lösen beide neuen Kapitel gleichzeitig aus. Du kannst die Reihenfolge bestimmen, in der sie auf den Stapel gelegt werden. Auch das Entfernen von Marken ist ein mächtiges Werkzeug: Effekte wie von Energie-Kanalisator erlauben es, Marken zu entfernen, um dasselbe Kapitel im nächsten Zug erneut auszulösen.
Als Counter-Strategie eignen sich Spontanzauber, die Verzauberungen zerstören, optimal, wenn sie in der Versorgungsphase (Upkeep) gewirkt werden. So zerstörst du die Sage, bevor sie in der Hauptphase ihre nächste Marke erhält.
Strategische Einordnung
Sagen bieten extrem viel Wert (Value) über Zeit, verlangen dem Spieler aber Geduld ab. In Limited-Formaten sind sie oft spielentscheidend, da sie ohne weiteres Mana wiederholte Kartenvorteile generieren.
Im Constructed (Pioneer, Modern, Legacy) haben sich besonders Sagen etabliert, die sehr effiziente Spielsteine generieren oder Transformationen bieten. Die Fabel des Spiegelbrechers (Rot) und Urzas Sage (Farblos) definieren durch ihre enorme Effizienz teils ganze Formate.
Beispiel-Szenario
Du spielst Urzas Sage als Land aus. Sie erhält sofort eine Sagenmarke und Kapitel I (die Fähigkeit, farbloses Mana zu erzeugen) löst aus. In deinem nächsten Zug beginnt deine Hauptphase vor dem Kampf: Die Sage erhält automatisch die zweite Marke. Kapitel II löst aus und erlaubt dir, ab sofort Konstrukt-Spielsteine zu erschaffen. Im dritten Zug kommt die dritte Marke: Kapitel III löst aus, du suchst dir ein Artefakt mit Manabetrag 0 oder 1, legst es ins Spiel und opferst Urzas Sage danach sofort.
Fragen rund um Sagen (Sagas)
Nein, das automatische Hinzufügen der Marke zu Beginn der Hauptphase passiert als rundenbasierte Aktion. Du kannst jedoch normal auf die anschließend ausgelöste Kapitelfähigkeit reagieren, sobald diese auf dem Stapel liegt.
Fazit
Sagen bieten über mehrere Züge hinweg garantierte, kumulative Effekte und generieren starken Spielwert. Durch Mechaniken wie Wuchern oder Vorblättern lassen sie sich enorm flexibel manipulieren und beschleunigen.
Quellen
- yawgatog.com — CR 715 — Sagas
- mtg.fandom.com — MTG Wiki — Saga
- magic.wizards.com — CR 715.3b — Sagenmarken im Zug & CR 715.4 — Opfern einer Sage
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